Zeitungsartikel aus dem Main-Echo vom 28.04.2007
Lesenswerter Artikel, allerdings auch kritikwürdig:
Die Befürchtung der Polizei geht ebenfalls dahin, dass ein »linker Infostand« mitten im Markttrubel die gewaltbereiten Neonazis erst mobilisiere. Im Falle von Auseinandersetzungen könne die Sicherheit der unbeteiligten Marktbesucher durch Polizei und Rettungsdienste nicht gewährleistet werden.
Neonazis sind kein Problem der Linken, sondern ein gesamtgesellschaftliches. Die Reduzierung auf ein „links gegen rechts“ Szenario wird dem absolut nicht gerecht, gerade in Mömlingen sind die unterschiedlichsten Menschen von der Gewalt der Neonazis betroffen. Die Frage die sich stellt ist doch vielmehr, warum Neonazis ausgerechnet in diesem Ort so günstige gesellschaftliche Bedingungen vorfinden und ungestört ihre Ideologie ausleben können.
Das Problem geht alle an, auch wenn es natürlich bequemer ist sich als „Unbeteiligter“ zu geben. Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, völkisches Denken und Fremdenfeindlichkeit der „normalen“ Bevölkerung bilden den Nährboden für gewaltbereite Neonazis.
Zeitungsartikel aus den Odenwälder Echo vom 26.04.2007
Im Gespräch mit dem ECHO leugnete Bürgermeister Lieb die Präsenz von Rechtsradikalen in der Gemeinde nicht. Allerdings lässt sich die für ihn auf „zwei, drei Personen eingrenzen“. Das Neonazi-Treffen, das der Gemeinde zu Unrecht ihren Ruf als Tummelplatz der Szene eingetragen habe, sei vornehmlich von Auswärtigen besucht gewesen, die einem Aufruf der beiden Mömlinger gefolgt seien.
Zum Vergleich:
Ein Sprecher der Kriminalpolizei Aschaffenburg – der namentlich nicht genannt werden will –, bestätigt, dass es in Mömlingen ein »durchaus ernst zu nehmendes rechtsextremes Gefährdungspotenzial« gibt.
Um der Verharmlosung und offenbaren Ahnungslosigkeit des Bürgermeisters mal etwas entgegenzusetzen : Neonazis in Mömlingen
Pressemitteilung von „Odenwald gegen Rechts“:
Mit Empörung stellt die Initiative „Odenwald gegen Rechts“ fest, dass die Gemeinde Mömlingen einen Info-Stand zum Thema Rechtsextremismus auf ihrem Frühlingsfest (28./29.4.07) ablehnt.
[…]
Mömlinger Bürger informierten „Odenwald gegen Rechts“ über rechtsextreme Aktivitäten im Ort. Daraufhin beabsichtigte die Initiative beim Frühlingsfest über Ihre Tätigkeiten zu berichten und die Bürger von Mömlingen zu ermutigen, sich aktiv für ein gesellschaftliches Klima einzusetzen, in dem für Neofaschismus, Rassismus und Antisemitismus kein Platz ist.
Trotz einer bereits erteilten Zusage des Gewerbevereins, lehnte die Gemeinde unter anderem mit Berufung auf die öffentliche Sicherheit den Info-Stand ab.[mehr]>>