Wahlkampf vorbei…

…schauen wir mal was es aus antifaschistischer Sicht zu sagen gibt.
Die NPD wollte sich bei den bayerischen Landtagswahlen als neue “Heimatpartei” anbiedern. Nach der Auszählung aller Wahlkreise liegt sie bei 1,2 Prozent der Stimmen und kann so wohl ihr Minimalziel erreichen: Geld aus der Wahlkampfkostenerstattung. Aus den 17 Prozent Verlusten der CSU konnte sie wie erwartet nicht profitieren, dennoch bedeutet das Ergebnis keinen Misserfolg für die Neonazis. Immerhin konnten sie in Bayern flächendeckend antreten – und möglicherweise noch Geld aus der Wahl ziehen (siehe npd-blog.info).
Schaut man sich die Wahlergebnisse in den Stimmkreisen am Untermain an, dann bewegt sich die NPD etwa auf landesweitem Durchschnitt. In den Aschaffenburger Stimmkreisen Ost und West mit 0,9% darunter, in Miltenberg (1,4%) und Main-Spessart (1,3%) etwas darüber. Treibt man die Statistikspielerei ein bisschen weiter, dann verliert die NPD im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 sogar einiges an Stimmen, wie diese Auflistung* zeigt. Der ungewohnt massive Wahlkampf der NPD am Untermain scheint sich also nicht direkt bezahlt gemacht zu haben.

*Statistik von www.landtagswahl2008.bayern.de bzw. www.bundestagswahl2005.bayern.de, Erststimmen, Stimmkreise Miltenberg und Main-Spessart werden bei Bundestagswahlen zum Wahlkreis Main-Spessart zusammengefasst, ebenso Aschaffenburg-Ost und -West zu Aschaffenburg

Protest gegen NPD, Nazis und Rassisten…

Der Protest gegen die Bestrebungen der Nazis kam irgendwie doch noch in Schwung. Nachdem die NPD bei ihrem ersten Wahlkampfstand in Aschaffenburg ihr Gewaltpotential zur Schau gestellt hatte, wurde ein Treffen der Nazis in Aschaffenburg von einigen engagierten Autotüftlern gestört. Offenbar traf es auch noch die Autos einiger anderer Nazifunktionäre. Wer sich mit offenen Augen durch die Gegend bewegte konnte feststellen, dass viele NPD-Wahlplakate durch Überkleben, Abreissen oder Beschmieren „sachbeschädigt“ wurden. Verklebte Flugblätter wiesen noch einmal auf die Wurzeln der NPD hin. Die hessischen Wahlkampfhelfer hatten Probleme mit Steinschlag im Spessart und zu guter Letzt versammelte sich am Samstag vor der Wahl noch ein Haufen Leute in Aschaffenburg um ca. 500 Flyer zum Thema „NPD am Untermain“ zu verteilen. Leider konnten die Infostände der Nazis nicht effektiv gestört werden, aber das wird nächstes mal auch besser laufen.
Applaus an die vielen Leute die durch kleine und große Aktionen ihren Teil zum Widerstand beigetragen haben!